John Scalzi
Die Gesellschaft zur Erhaltung der Kaijū-Monster
Buchlisten
»Die Gesellschaft zur Erhaltung der Kaijū-Monster« von John Scalzi
Sie sind groß, gefährlich und vom Aussterben bedroht …
Jamies Traum war es, bei einem Tech Start-up in New York City groß herauszukommen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: auf eine demütigende Entlassung folgt ein schlecht bezahlter Job als Lieferfahrer inmitten einer Pandemie. Es sieht düster für ihn aus, doch schließlich trifft er beim Ausliefern einer Bestellung einen alten Bekannten wieder. Tom hat dringend eine Stelle in seinem Team zu vergeben: Die Bezahlung ist gut, und Jamie hat Schulden – die Entscheidung ist klar. Doch erneut sieht er sich in seinen Erwartungen getäuscht … Und dieses Mal steht sein Leben auf dem Spiel.
Toms "Tierschutzorganisation" ist nicht das, was sie zu sein scheint: Die Tiere, die sie retten will, befinden sich nicht einmal auf der Erde! Zumindest nicht auf unserer. In einer anderen Dimension ist sie tropisch warm und nicht von Menschen bevölkert, sondern von riesenhaften dinosaurierähnlichen Bestien. Die Kaijū mögen die größten und gefährlichsten Tiere ihrer Welt sein – doch sie brauchen Hilfe, um zu überleben.
Toms "Gesellschaft zur Erhaltung der Kaijū-Monster" wollen ihnen beispringen, andere jedoch wollen Profit aus ihnen schlagen. Wenn sie nicht aufgehalten werden, könnte die Trennung zwischen den Welten fallen – mit verheerenden Folgen.
---
Genau genommen bin ich ein großer John Scalzi Fan. Ich habe alles von ihm gelesen, das ins Deutsche übersetzt wurde, aber mit diesen Buch tue ich mich echt schwer. Das hat gleich mehrere Gründe. Als großes Plus bei Scalzis Büchern habe ich immer seinen Humor empfunden. Dieser kommt auch in diesem Werk vor, allerdings auf eine für mich unpassende, platte und peinliche Art und Weise. Die vier Hauptcharaktere, allesamt noch grün hinter den Ohren, überbieten sich geradezu darin in wirklich jeden Satz eine blöde Bemerkung einzubauen. Selbst in tödlichen Gefahren noch, blödeln sie herum und reden irgendeinen ach so witzigen Blödsinn. Da wirken ihre Kommentare einfach nur unrealistisch und gezwungen. Auch könnte man ein wenig Demut erwarten, angesichts dessen, was sie in der neuen Welt vorfinden.
Ein weiterer negativer Aspekt ist die Tatsache, dass alle vier Hauptcharaktere, neu und unerfahren, gleich die komplette, sich anbahnende Katastrophe managen. Die Alteingesessenen und wesentlich erfahreneren Mitglied sind nur stumme und handlungsunfähige Statisten. Die vier Neuen agieren, als hätten sie so etwas schon zig mal erlebt. Das alles wirkt extrem unglaubwürdig, wenn man bei einem SF Buch überhaupt den Begriff -Glaubwürdigkeit- verwenden darf. Durch ihre ganze Klugscheißerei empfinde ich alle vier „Helden“ auch nicht als wirklich sympathisch. Gut, muss ich ja auch nicht, aber irgendwie wäre das bei der Lektüre des Buches hilfreich gewesen.
Auch habe ich nicht wirklich verstanden was oder wie oder wer die Kaiju jetzt sind. Tiere oder Lebewesen im eigentlichen Sinne sind sie ja nicht, eher so eine Art lebendes Biotop oder was auch immer. Das war für mich alles sehr schwammig.
Positiv zu vermerken ist die Leichtigkeit der Geschichte (trotz allem) und der wirklich gefällige Erzählstil von Scalzi, aber das reicht für mich nicht aus, um ein Buch wirklich unterhaltsam werden zu lassen. Auch das Setting, der Weltenbau oder wie immer man es bezeichnen will ist phantastisch. Ein wenig erinnert mich das an Outland, der geheime Planet von Dennis E. Taylor. Auch hier wird eine Erde in, wie soll ich sagen, einer anderen Dimension gefunden und die Protagonisten sind, wie auch hier, in der Lage per Portal von einer Welt in die andere zu wechseln. Allerdings ist die Erde in Outland unabhängig von der anderen, während Scalzi einen Schritt weitergeht und beide Welten miteinander verknüpft. Was auf der einen Welt passiert, hat auch Auswirkungen auf die andere.
Fazit
Trotz vieler guter Ansätze ist für mich ist Die Gesellschaft zur Erhaltung der Kaiju-Monster nichts, was mir länger im Gedächtnis bleiben wird. Unterhaltsam ja, aber nicht wirklich sättigend. Eher Fastfood für zum Mitnehmen. Da gibt es bessere Bücher zum gleichen Thema. Aber, wie immer, ist alles reine Ansichtssache.