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Peter S Beagle

Das letzte Einhorn: Und zwei Herzen


 
»Das letzte Einhorn: Und zwei Herzen« von Peter S Beagle


Besprochen von:
 
Lanara
Deine Wertung:
(5)

 
 
Das letzte Einhorn

Es war einmal … ein Einhorn. Friedlich lebte es in seinem Wald, beobachtete die anderen Tiere, ab und zu sah es einmal Menschen. Doch eines Tages erfuhr es, dass es keine anderen Einhörner mehr geben sollte, dass alle von dem Roten Stier zusammengetrieben und zu König Haggard gebracht wurden – und so machte es sich auf den Weg, diesen zu suchen. Tag um Tag wanderte es durch das Land, bis es eines Nachts auf den Mitternachtszirkus der Hexe Mommy Fortuna trifft und von dieser eingesperrt wird. Doch der erfolglose Zauberer Schmendrick erkennt die wahre Gestalt des Einhorns und hilft ihm bei der Flucht. Ihnen schließt sich noch die Räuberbraut Molly Grue an und gemeinsam erreichen sie König Haggards Reich. Und es ist wahr – der Rote Stier existiert und erkennt das Einhorn sofort. In letzter Minute schafft Schmendrick es, das Einhorn in eine wunderschöne junge Frau zu verwandeln und rettet es somit vor der Gefangenschaft. Haggard ist neugierig auf seine Besucher, spürt er doch, dass die junge Frau ein Geheimnis verbirgt. Das Einhorn, nun Lady Amalthea genannt, leidet … doch je länger es in einer menschlichen Gestalt steckt, desto schneller verliert es die Erinnerung an sein Dasein als magisches Wesen. Haggards Sohn, Prinz Lir, verliebt sich unsterblich in Amalthea. Und doch hilft er den Gefährten, den Roten Stier zu besiegen und die gefangenen Einhörner zu befreien – um den Preis, dass er seine Liebe verliert.

Zwei Herzen

Aus dem unglücklich verliebten Prinzen Lir ist ein weiser und gütiger Herrscher geworden. Das Land, vom Roten Stier zerstört, blühte wieder auf und er ist überall beliebt. Ein Dorf nahe seines Schlosses wird von einem wilden Greif drangsaliert – immer wieder holt er sich kleine Kinder. Als eines Tages die beste Freundin der kleinen Sooz von ihm entführt wird, macht sie sich auf ins Schloss, um den König um Hilfe zu bitten. Auf ihrem Weg trifft sie auf Molly Grue und Schmendrick, die sich des Mädchens annehmen und sie zum König bringen. Dieser, obwohl inzwischen gealtert, will eine letzte Heldentat begehen und tritt dem Greifen gegenüber. Schnell entbrennt ein Kampf, bei dem Lir tödlich verwundet wird. Doch im letzten Moment erscheint ein Einhorn und tötet den Greif – und lässt Lir glücklich in der Gesellschaft von Molly und Schmendrick zurück.

Wundervoll geschrieben, poetisch und bildhaft. Schon als Kind habe ich den Film geliebt und so hatte ich viele Szenen beim Lesen vor den Augen. Und besser als im Film wurden die Gefühle der Protagonisten dargestellt … Schmendrick, der so gerne ein großer Zauberer wäre, aber seine Magie nicht beherrscht; Molly, die als Gefährtin des Räuberhauptmanns im Wald lebte, blüht durch die Begegnung mit dem Einhorn wieder auf und findet einen neuen Lebenssinn. Besonders eindrücklich waren die Gefühle von Lir Amalthea gegenüber beschrieben; er tut alles für sie, nur für ein Lächeln oder um sie glücklich zu machen. Auch die Zerrissenheit von Amalthea trat deutlich zu Tage: Die Angst, die sie als Einhorn bei der Begegnung mit dem roten Stier befiel, dann die Verwandlung und ihre Verwirrung darüber bis hin zur aufkeimenden Liebesgeschichte mit Lir.

Am Schreibstil merkt man, dass das Buch bereits Ende der 60er Jahre geschrieben wurde. Peter S. Beagle nutzt eine ganz andere Sprachmelodie, als man von neueren Romanen her kennt. Seine Charaktere beschreibt zwar einerseits nicht bis in letzte Detail, aber trotzdem so, dass ihre Eigenschaften und ihr Wesen erkennt.

Ist „Das letzte Einhorn“ sehr ausführlich geschrieben und findet auch Platz für Nebenschauplätze, ist „Zwei Herzen“ dagegen sehr viel kürzer und beschränkt sich bei der Geschichte eher auf den Grundgedanken. Trotzdem hat mir auch diese Fortsetzung (die keine richtige Fortsetzung) ist, sehr gut gefallen. Der Leser erfährt ein klein wenig darüber, wie es Molly, Schmendrick und Lir in der vergangenen Zeit ergangen ist – und als krönenden Abschluss trifft man das Einhorn erneut …

Fazit

Märchen, Fabelgeschichte … und trotzdem tiefgehend und wunderschön atmosphärisch. Nun gehört nicht nur die Verfilmung zu meinen Lieblingen, sondern auch das Buch.
 


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