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David Gemmell

Der Schattenprinz: Die Dreani-Saga (Die Drenai Saga, Band 2)


 
»Der Schattenprinz: Die Dreani-Saga (Die Drenai Saga, Band 2)« von David Gemmell


Besprochen von:
 
Korlat
Deine Wertung:
(4)

 
 
Der Schattenprinz spielt hundert Jahre nach den Ereignissen in Dros Delnoch um Druss, den legendären Helden der Drenai. Damals hatte wenige Drenai die Festung gegen das Heer der Nadir gehalten. Die Drenai gründeten den Orden der Drachen, der verhindern sollte, dass sie jemals wieder den Nadir militärisch unterlegen waren. Einer der Drachen ist Tenaka Khan, dessen Mutter selbst eine Nadir war.

Ceska, der Kaiser der Drenai, ist wahnsinnig. Er unterdrückt sein Volk, lässt Monster züchten mit magischer Hilfe und schickt diese aus, um das Volk zu unterdrücken und jeden Widerstand zu beseitigen. Der Orden der Drachen wurde schon lange von den Monstern gewaltsam aufgelöst. Nur noch drei von ihnen sind übrig -

Tenaka ist nach dem Tod seiner Frau nur noch von dem Gedanken an Rache an Ceska beseelt. Er will ihn töten und macht sich auf den Weg zu Ceska. Unterwegs sammeln sich viele Männer um ihn, so auch die wenigen Überlebenden des Drachen und eine Gruppe der legendären Dreißig, Kriegermönche, die die ebenfalls im ersten Band der Geschichte vorkamen. Und er ändert sein Ziel – er will nun eine Armee aufstellen, um nicht nur Ceska zu töten, sondern auch das Land von seinen Gefolgsleuten und von den Monstern zu befreien. Dazu braucht er die Nadir. Nun ist Tenakas Mutter eine Nadir, so dass er möglicherweise eine Chance hat, ihre Hilfe zu gewinnen. Er lässt seine beiden Drachenbrüder, Decado den Eistöter und Ananais den Goldenen, zurück und bricht zu den Nadir auf. Decado, Ananais und die Rebellen versuchen derweil, die Legionen Ceskas aufzuhalten.

Kommentar:

Die Geschichte folgt einem bekannten Aufbau. Ein machtsüchtiger, wahnsinniger Herrscher tyrannisiert sein Volk. Ehrenwerte, tapfere Gegner bekämpfen den Tyrannen und gewinnen am Ende. Viele sterben, mindestens einer der Guten überlebt und nimmt es auf sich, dem armen Volk den Frieden zu bringen und den Wohlstand wieder erblühen zu lassen.

Wäre es doch nur so einfach. Gemmells Helden sind nie gradlinig. Sie sind konfliktbehaftete Menschen, Zweifelnde, zuweilen auch Mörder und Banditen. Erst wenn die ultimative Prüfung sie zu Entscheidungen zwingt, die auch das Leben vieler anderer beeinflussen, werden sie zu klassischen Heldenfiguren. Sie müssen Kämpfe bestehen, Opfer bringen, zweifeln an sich selbst und wachsen an den Gefahren. Einige der Kämpfer gegen das Böse verfügen über Magie, etwa die legendären Dreißig. Aber Magie ist nicht ausschlaggebend für den Ausgang der Schlachten. Nicht nur die drei ehemaligen Drachenkrieger sind Helden, auch die Frau, deren Mann sinnlos getötet wurde von den Truppen des Herrschers und die nun die Rebellion anführt, ist eine Heldin. So sind auch viele andere, die aus unterschiedlichen Lebenssituationen kommen, Helden aus Gemmells Sicht.

Die Helden, die uns Gemmell präsentiert, teilen uns eine Botschaft mit. Man darf nicht nur über das Böse sprechen, man muss handeln, damit es ausgelöscht wird. Nur dann wird die Welt besser, wenn wohl auch nur vorübergehend.

Für mich ist es nicht immer einfach, den Gemetzeln zu folgen, in die der Autor seine Leser hineinwirft. Heroic Fantasy, wie dieses Buch sie repräsentiert, ist nicht meine bevorzugte Lektüre. Und doch vermag mich Gemmell mit seinen gebrochenen Figuren zu fesseln. Er ist sicher einer der besseren Vertreter dieses Subgenres der Fantasy. Ich werde jedenfalls weiterlesen, wenn wieder über Drenai und seine Helden berichtet wird.
 
 
 


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